Hildegard Weber-Lipsi

Schweizer Malerin in der ecole de paris

Die Malerin Hildegard Weber–Lipsi

(1901, Wädenswil am Zürichsee – 2000 Goldbach-Küsnacht) zeichnete in der Gymnasialzeit Karikaturen ihrer Lehrer, Situationskomiken usw. Sie begann ihre künstlerische Laufbahn 1922 bei dem impressionistischen Maler Willy Hummel in Zürich. Von ihrem Talent überzeugt, empfahl ihr Hummel schon am zweiten Tag, Ölbilder zu malen.

 

Im Alter von 23 Jahren durfte Hildegard ein Buch illustrieren: Eduard Mörike «Das Märchen vom starken Mann», Verlag Gebrüder Fretz AG. Sie befasste sich damals auch mit Kleinplastik.

1924 studierte Hildegard Weber an der Kunstakademie Karlsruhe, wo ihre respektablen Werke von den Lehrern der neuen Sachlichkeit herumgezeigt wurden. Im schwelenden Unbehagen über den keimenden Nationalsozialismus reiste Hildegard nach London und suchte das Atelier von Raymond Coxon auf. Bald zog sie weiter nach Paris, wo sie auf Morice Lipsi aufmerksam wurde anlässlich seiner Einzelausstellung in der Galerie d'Art Contempo-rain. Sie nahm bei ihm 1927 –1928 Zeichenunterricht. Bald zogen sie zusammen von La Ruche in ein Atelier rue de Vanves. Als die Geburt der ersten Tochter bevorstand, zog das Ehepaar in einen alten Bauernhof in Chevilly-Larue (banlieue sud), wo Morice  und Hildegard bis zu ihrem Lebensende ihr Atelier hatten, unterbrochen durch den Exodus, als Morice1940 in die Charente fliehen musste.  Hildegard sah sich gezwungen, sich von ihm zu trennen, um mit den Kindern in der Schweiz aufgenommen zu werden. Nach dem Krieg ging es dann hin und her mit dem Schwerpunkt Küsnacht für Hildegard und Paris (Chevilly-Larue) für Morice.

Hildegard Weber-Lipsi nahm u.A. regelmässig am Salon des réalités nouvelles teil und stellte ihre Bilder auch in Galerien in Frankreich, in Deutschland, Israel, Japan und in der Schweiz aus. Während 28 Jahren waren ihre Werke im Musée Lipsi in der Haute-Saône, in Rosey ausgestellt. Nun sind sie als Teil der Sammlung Lipsi in Hinwil, Hadlikon zu sehen.
Gezeigt wird eine Farbenpracht unzähliger Ölbilder, Aquarelle, Zeichnungen und ganz  spezielll auch die Stabpuppen von 1937.

 

«....lichte, lebensfrohe Landschaftsabstraktionen in der kultivierten Koloristik der école de Paris aus den späten sechzger Jahren....» Frankfurter Allgem. Zeitung 1.3.89

 

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