Hildegard Weber-Lipsi

Schweizer Malerin und Stabpuppen-künstlerin

Die Malerin Hildegard Weber–Lipsi (1901, Wädenswil am Zürichsee – 2000 Goldbach-Küsnacht), als Tochter des Brauereibesitzers, Fritz Weber (Wädenswiler-Bier), war die Gattin von Morice Lipsi.

Hildegard Weber–Lipsi erhielt ihre künstlerische Ausbildung in der Schweiz, in der Kunstakademie Karlsruhe, in London und in Paris, wo sie bei Morice Lipsi 1927 –1928 Zeichenunterricht nahm. Die Heirat erfolgte rasch.
In Paris nahm sie u.a. regelmässig am Salon des réalités nouvelles teil und stellte ihre Bilder auch in Galerien in Frankreich, in Deutschland, Israel, Japan und in der Schweiz aus. Während 28 Jahren waren ihre Werke im Musée Lipsi in der Haute-Saône, in Rosey ausgestellt. Nun sind sie als Teil der Sammlung Lipsi in Hadlikon, Areal im Tobel, zu sehen.
Es handelt sich um unzählige Ölbilder, Aquarelle, Zeichnungen und Marionetten (Stabpuppen) von 1937, welche in einer farbenprächtigen Auswahl gezeigt werden.

1937 schuf Hildegard Weber–Lipsi Stabpuppen für das in Paris berühmte Avant-Garde Theater «Arc-en-ciel» von Géza Blattner (Regie), Marcel Temporal (Puppenspiel). Das Spektakel «L’histoire du petit tailleur» wurde in Paris während Wochen mit Live-Musikern präsentiert. Tibor Harsany (1898-1954), Ungarischer Komponist der Gruppe école de Paris, komponierte dafür in enger Zusammenarbeit mit Hildegard eine Musik, welche noch heute als Orchesterwerk auf CD erhältlich ist. Für ihre Marionetten erhielt Hildegard eine Goldmedaille an der «Exposition internationale des arts et des métiers» (Welt-Fachausstellung) in Paris, 1937. Es war vorgesehen, die Marionetten 1939 an der Schweizerischen Landesausstellung in Zürich zu zeigen, was dann aber der drohende Weltkrieg verunmöglichte. 2001 wurde das Theaterstück im Studio Trnka (Prag) mit den Originalpuppen der Sammlung-Lipsi filmisch rekonstruiert. Regie: Hana Ribi. Der 30-minütige Film wird im Areal im Tobel auf Wunsch gezeigt.

Hildegard Weber–Lipsi äusserte sich früher zu ihren Stabpuppen: «Mon but artistique n’était pas de produire une série de squelettes métalliques accoutrés de costumes, mais de mettre en scène un ensemble de sculptures capables de se mouvoir».