La spirale

1967

83 x 80 x 50 cm

Lavastein

EIN MUSEUM VON WELTRANG

Entdeckung des Lebenswerks zweier Pariser Künstler als Ausflugsziel im Tobel,

Hinwil, Hadlikon


MORICE LIPSI UND HILDEGARD WEBER-LIPSI

EIN EHEPAR IM KÜNSTLERDIALOG

Die Sammlung LIPSI zeigt den aus Frankreich stammenden umfangreichen Nachlass aus dem Pariser Atelier des Bildhauers Morice Lipsi (1898 Lodz – 1986 Küsnacht) mit Skulpturen, Entwürfen, Zeichnungen und Werkzeug.  Durch die ausgestellten Arbeiten des international bekannten Meisters der «taille directe» (direkt in Stein gemeisselt) kann der Besucher die Vereinfachung der Formen bis zur Abstraktion nachvollziehen. Lipsi hatte seine Skulpturen durch häufiges Skizzieren, Zeichnen und Modellieren in Ton entwickelt.

 

Hildegard Weber-Lipsi (1901 Wädenswil – 2000 Küsnacht), war die Gattin von Morice Lipsi. Der Künstlerdialog zwischen zwei Menschen mit völlig verschiedenem Temperament und verschiedener Herkunft dauerte von 1927 bis zum Lebensende von Morice Lipsi. Das Werk dieser Schweizer Malerin mit Kriegserfahrung in Frankreich, als Retterin der jüdischen Familie von M. Lipsi aus Polen, Gewinnerin einer Goldmedaille für ihre Stabpuppen an der Pariser Weltausstellung 1937 und Ausstellungen in Frankreich, Deutschland, der Schweiz und in Tokyo, kehrt nun in die Schweiz zurück. Bemerkenswert ist die filmische Rekonstruktion «L’histoire du petit tailleur» (Das tapfere Schneiderlein) mit ihren Stabpuppen von 1937 .

 

Morice und Hildegard Weber-Lipsi, arbeiteten seit den 40er-Jahren in ihren Ateliers sowohl in Chevilly-Larue bei Paris als auch in Goldbach- Küsnacht, von wo aus sie mehrmals gemeinsam in der Schweiz ausstellten. Nach dem Krieg pendelte die Familie zwischen Zürich und Paris.

Nach dem Tod beider Künstler nahm die Sammlung-Lipsi ihre eigenen Wege:  Von Chevilly-Larue brachten die Erben den gesamten Nachlass Lipsi in die Haute-Saône auf ein Grundstück des Schwiegersohns Hans Jacob Beck, wo das Musée Morice Lipsi unter dem Patronat des Kulturministers Jack Lang 1990 eröffnet wurde und während 28 Jahren ein touristisches Ziel für lokales und internationales Publikum sowie für zahlreiche Schulen und Studentengruppen bedeutete.  Der Ort war traumhaft und die Skulpturen im Freien genossen saubere Luft und schönes Licht im Obstgarten, der dem Grundstück der Familie Lipsi in Chevilly-Larue ähnelte.

Jetzt ist die ganze Sammlung in die Schweiz gezogen, wo sie in einem neuen musealen Konzept der Öffentlichkeit zur Verfügung steht.

 

Die Zukunft
Vorerst soll die Sammlung ein breiten Publikum aus Nah und Fern erfreuen. Die Unterbringung der Sammlung LIPSI im Areal im Tobel ist aber erneut eine Zwischenstation. Das Ziel wäre, mehr Raum zur Verfügung zu haben um diese Werke von internationaler Bedeutung noch besser zu präsentieren. Vor allem die grossen, schweren Skulpturen, die sich im Erdgeschoss befinden, bräuchten Tageslicht und viel mehr Raum.

Die meisten Werke dürfen aber nicht mehr – wie bisher – im Freien stehen, da sie unter der Witterung leiden. Abgesehen von Skulpturen, welche verkauft werden können, sucht die gemeinnützige GmbH Sponsoren, Mäzene und Helfer, die es ermöglichen, dass die Sammlung unabhängig von den direkten Erben überlebt. In der Hoffnung, dass dieses Kulturgut gebührend geschätzt wird, machen wir uns ab November 2018 auf die Suche nach einer dauerhaften Lösung.